Initiative ist gefragt – Bund und Bevölkerung müssen an einem Strang ziehen, um die landwirtschaftliche Versorgung zu sichern!

Die derzeitige Lage ist kritisch und äußerst ernst. Besonders für die Landwirtschaft. Durch die Corona- Krise stehen den landwirtschaftlichen Betrieben extreme Mitarbeitereinbußen bevor. Speziell bei der Ernte kommt es durch die Schließungen der Grenzen zu massiven Verlusten. NRW ist davon derzeit am stärksten betroffen. Die Spargelbauern des Landes rechnen mit Einbußen von 5000 Erntehelfern aus Polen. Ein Betrieb der eigentlich 80 Helfer benötigt, hat gerade mal 9, die bereits angereist waren. Schnelle Hilfe ist gefragt. Landwirtschaftsministerin Klöckner macht nun Vorschläge.

Doch wie realistisch ist es, einstige Gastronomiemitarbeiter in die Landwirtschaft verfrachten zu wollen? Weitere Alternativen müssen gesucht werden. Die Bevölkerung muss Initiative zeigen! Nicht nur für die Spargelbauern, für die gesamte Landwirtschaft ist schnellstmögliche Unterstützung unabdingbar. Sonst drohen Unterbrechungen in den Lieferketten, Verdienstausfälle, Existenzvernichtung.

Doch auch wenn es gelingt, die Ernte aus dem Boden zu holen, geht es weiter mit der Misere. Betriebe mit eigenen Restaurants leiden zusätzlich darunter, dass durch abgesagte Busreisen die Kundschaft fehlt und viele Gastronomiebetriebe aus den Städten nehmen auch nicht mehr die gewohnte Menge an Waren ab. Wenn nun ein Großteil der Gastronomie als Abnehmer für die Ernten wegbricht, drohen auch vielen Landwirten existenzbedrohende finanzielle Einbußen, obwohl die Supermarktregale stetig weiter gefüllt werden müssen.

Auch an dieser Stelle muss dringend Unterstützung her. Zum einen müssen finanzielle Hilfen vom Bund schnell dorthin gelangen, wo sie benötigt werden. Zum anderen sind auch hier kreative Lösungsansätze gefragt, wie man die gewonnenen Lebensmittel im wahrsten Sinne des Worte trotzdem an den Mann/die Frau bringen bzw. Lieferketten umlenken kann, um neue bzw. andere Abnehmer zu erreichen.

Ein weiteres schwerwiegendes Problem stellt außerdem die Frage dar, was zu tun sein wird, wenn Mitarbeiter oder gar Betriebsleiter selber erkranken? Der Deutsche Bauernverband(DBV) arbeitet bereits auf Hochtouren, um Lösungen zu finden für die Auswirkungen und Einschränkungen, die der COVID-19 zur Folge hat. Dabei geht es um Themen wie Verdienstausfälle auf Höfen, Steuerstundungen und Handreichungen für die Betriebe. Doch reicht das aus? Auch an dieser Stelle ist Solidarität und Initiative gefragt. Benachbarte Höfe und Betriebe müssen prüfen, ob sie mit Expertise, oder gar Personal einander helfen können und auch der Rest der Bevölkerung ist jetzt gefragt.

Quellen:

https://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/ruhrgebiet-aktuell/corona-virus-weil-polen-grenze-dicht-macht-fehlen-in-nrw-erntehelfer-69415430.bild.html
https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/corona-gastronomiebeschaeftigte-fuer-die-landwirtschaft-11998286.html