Artenreiche und klimastabile Mischwälder durch Kontrolle der Wilddichte

Der Einsatz und das Bemühen haben sich gelohnt. Ein wichtiger Schritt in Richtung der Etablierung von Mischwäldern, die nicht nur den klimatischen Herausforderungen standhalten, sondern die auch elementar für die Erhaltung der Artenvielfalt sind, wurde getan. Die amtierende Staatsministerin des Landes Hessen für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz, hat das vorgetragene Anliegen von Anfang an unterstützt. Auch der Ministerpräsident des Landes Hessen, Volker Bouffier, sowie die CDU Hessen haben sich hinter die Forderung nach einer Sondergenehmigung für die Jagd ab dem 01.04.2020 gestellt. Im aktuellen Gesetz- und Verordnungsblatt von Hessen steht nun die neue Verordnung. Danach tritt eine freiwillige Ausnahmeregelung in Kraft, nach der es erlaubt ist, einjähriges Rot-, Dam-, Muffel- und Sikawild, sowie Rehböcke und Schmalrehe zu jagen, insofern man dies für sinnvoll erachtet. Voraussetzung ist jedoch, dass man einen genehmigten Abschussplan hat. Dies muss jeder einzelne überprüfen, bevor er auf die Jagd geht.

Hintergrund dieser Ausnahmeverordnung ist die besondere Situation, in der sich viele Waldbesitzer und Forstbetriebe befinden. Auf Grund der veränderten klimatischen Bedingungen gedeihen auf den einstigen Kahlflächen der Wälder bereits die Triebe junger Baumarten der dort angelegten Mischwälder. Diese stellen jedoch besonders attraktive Nahrungsquellen für diverse Wildtierarten dar. Wenn wir nun aufgrund der Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte im Hinblick auf Klimawandel, Trockenperioden und vermehrt schwere Stürme neben Hauptbaumarten wie der Fichte, oder der Buche, weitere Baumarten etablieren wollen, gibt es folgende Möglichkeiten: Entweder muss umgehend jede Pflanze durch Maßnahmen wie z.B. kleine Schutzzäune einzeln geschützt werden, was nicht nur sehr lange dauert, sondern was auch Kosten in Höhe von über 100 Millionen Euro für das Land Hessen zur Folge hätte. Oder man schützt die jungen Bäumchen, indem man den Bestand der Wildtierarten reguliert, die das Gedeihen der Pflänzchen bedrohen. Dies ist nicht nur viel kostengünstiger, sondern es liefert auch umgehend Ergebnisse.

Da die immensen finanziellen Mittel für die beschriebenen Schutzmaßnahmen bereits vor der Corona-Krise nicht zu aufzuwenden waren, sehen der Hessische Waldbesitzerverband, die Familienbetriebe Land und Forst Hessen, der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Hessen, die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft, der Bund für Umwelt und Naturschutz, die Hessische Gesellschaft für Ornithologie, die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, der Naturschutzbund Deutschland und der Ökologische Jagdverein Hessen in der Kontrolle der Wilddichte das einzig effektive und umsetzbare Instrument, um die Aufforstungskosten innerhalb der nächsten zehn Jahre zu reduzieren und den Wald zu einem artenreichen, klimastabilen, standortgerechten und leistungsstarken Mischwald umbauen zu können.

Umso mehr hoffen alle Beteiligten diese Ziele zusammen mit der Jägerschaft zu erreichen, ohne ihre Bemühungen und ihre Ausdauer ist dies nicht möglich.