Waldbesitzer bangen um trockenen Sommer

In diesen Tagen blicken wir zurück auf einen Winter mit mehr Schneetagen in den Mittelgebirgen und einen ungewöhnlich kalten April. Das führt zu der Hoffnung, daß wir vielleicht besser in die kommende Vegetationsperiode starten können, als dies in den vergangenen Jahren der Fall war.

Wie ist die Ausgangslage?

Je nach geographischer Lage wichen die Niederschläge, gerechnet auf das gesamte Jahr, nicht einmal so sehr vom Durchschnitt der Vorjahre ab. Betrachtet man allerdings die Sommermonate allein, so ergibt sich ein ganz anderes Bild. Insbesondere während der vergangenen drei Jahre lagen die Niederschläge in den Sommermonaten bis zu 40% unter dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre. Verbunden mit den hohen Temperaturen und entsprechendem Wind trockneten dadurch die land- und forstwirtschaftlichen Flächen extrem aus. Die Folgen in der Forstwirtschaft mit hohen Trocknis- und Käferschäden sind inzwischen weithin bekannt.

Der Niederschlag während der ersten 4 Monate 2021 lag knapp über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Der kalte April könnte dazu geführt haben, daß etwas weniger Niederschlag als üblich verdunstet ist. Wenn man allerdings einen Blick in den Boden wirft, so wird man schnell eines Besseren belehrt. Kurz unter der Oberfläche fehlt bereits die Feuchtigkeit, die sich weit nach unten zurückgezogen hat.

Neuanlage von Mischwäldern ist angesagt

Nach den großen Waldverlusten im vergangenen Jahr beginnen jetzt die Waldbesitzer mit der Aufforstung von jungen Bäumen. Oft übernimmt die Natur diese Aufgabe durch die Verteilung von Samen auf den Flächen durch übrig gebliebene Bäume. Nicht immer aber können sich Waldbesitzer auf diese Funktion verlassen. 
Um den Klimaerwartungen mit höheren Temperaturen und geringeren Niederschlägen gerecht zu werden, ist die Neuanlage von Mischwäldern mit darauf angepassen Laub- und Nadelbäumen angesagt. Die Vielfalt dieses neuen Äsungsangebots für das Wild lockt Reh- und Rotwild auf die neu angelegten Waldflächen. Hier sind die Jäger gefragt, das Wild entsprechend zu bejagen, denn mancher neu angepflanzter Baum ist ein gefundener Leckerbissen für das Wild. Dazu kommt, daß die Rehböcke gerne die jungen Bäume im Frühjahr mit ihrem jungen Gehörn bearbeiten, um so das Gehörn vom noch vorhandenen Bast zu befreien.

Weder künstliche Bewässerung der jungen Bäume noch Zaunbau um die jungen Wälder sind möglich. Der Wald muß von den natürlichen Niederschlägen und mit angepaßten Wildbeständen leben.