Warum wird in der Landwirtschaft gedüngt?

Alle Pflanzen, so auch unsere Feldfrüchte, benötigen Nährstoffe um wachsen zu können. Die Nährstoffe holt die Pflanze sich vorwiegend über Ihre Wurzeln aus dem Boden. Werden diese Pflanzen geerntet, werden auch die Nährstoffe entnommen. Damit der Boden nicht verarmt und man wiederholt Pflanzen anbauen kann müssen die Nährstoffe im Boden durch Dünger wieder ersetzt werden. Vor der Düngung wird über Analysen festgestellt, wieviel der genannten Nährstoffe im Boden vorhanden ist. In Abhängigkeit dessen wird dann der Düngebedarf berechnet, sodass nie zu viel gedüngt wird. Der Dünger enthält verschiedene Nährstoffe, wie Stickstoff, Phosphat und Kali kurz NPK. Teilweise kommen noch Magnesium und Schwefel hinzu.

Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts behalf man sich mit der Ausbringung von Mist und später zur Deckung des Stickstoff- und Phosphatbedarfs Chilesalpeter sowie Guano aus Importen.

Den großen Durchbruch verhalf Anfang des 20sten Jahrhunderts die Erfindung des Haber-Bosch-Verfahrens. Hierbei wird unter zu Hilfenahme von Energie der in der Luft enthaltene Stickstoff mineralisiert. Dieser kann dann in der Landwirtschaft als Dünger eingesetzt werden.

Phosphat wurde ursprünglich aus dem Naturprodukt Guano hinzugefügt, heute wird es im Bergbau gewonnen.

Der Aufschwung für den Kalidünger kam Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Abteufung von Kalibergwerken in Niedersachsen und Hessen. Hierdurch entstand erstmals die Möglichkeit, Kalidünger in großem Umfang herzustellen.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der Landwirtschaft keine großen Produktivitätssteigerungen, weshalb immer wieder Hungersnöte auftraten welche viele Menschen dazu zwangen, auszuwandern.

Erst mit der industriellen Herstellung der mineralischen Dünger zu Anfang des 20. Jahrhunderts konnten die Ernten vervielfacht und dadurch die zunehmende Bevölkerung ausreichend ernährt werden. Für die landwirtschaftliche Nutzpflanze ist von Bedeutung, daß ihr genetisches Ertragspotential nur dann voll ausgeschöpft werden kann, wenn alle Nährstoffe zugleich in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Keines der genannten Elemente darf dabei im Minimum sein.

Welche Funktionen haben diese Nährstoffe in der Pflanze? Stickstoff ist ein Baustein des Chlorophylls und daher wichtig für die Photosynthese. Außerdem ist es ein Bestandteil von Enzymen und in Nukleinsäuren. Phosphor hat eine Schlüsselstellung bei der Zellverbrennung und der gesamten Energieübertragung der Pflanze. Phosphor ist außerdem ein Baustein der Zellwände, der DNA und einiger Eiweiße und Enzyme. Kalium ist vor allem am Kohlehydratstoffwechsel beteiligt. Damit ist Kalium für die Eiweißbildung und -gehalte ebenso wichtig wie Stickstoff. Gemeinsam mit Kalzium reguliert es die Osmose in der Zelle und der Pflanze.

Je nach Art der Landwirtschaft werden Dünger entweder in mineralischer oder organischer Form ausgebracht. Phosphat- und Kalidünger können nach der Ernte ausgebracht werden. Stickstoffdünger wird normalerweise vor der Saat und auch während des Wachstums der Pflanze gedüngt.