Mit welchen Bäumen werden die entstandenen Kahlflächen aufgeforstet…

…und woher weiß der/die Förster:in oder Waldbauer:in, dass diese zum Klima der Zukunft passen?

Das Ziel der Förster:innen und Waldbesitzer:innen ist einen gesunden, leistungsstarken und resilienten Wald als Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten für nachfolgende Generationen aufzubauen und zu pflegen. Dazu gehört die Wahl der anzupflanzenden Baumarten, deren Holz nicht zuletzt auch zukünftig zum Schutz des Klimas Verwendung in der Bau-, Verpackungs- und Möbelindustrie finden muss. Die Wiederaufforstung der Kahlflächen ist eine Mammutaufgabe, welche Försterinnen und Förster sowie die Waldeigentümer vor große Herausforderungen und Entscheidungen stellt.

Ob die Entscheidung für die eine oder die andere Baumart richtig ist, werden die meisten von ihnen gar nicht mehr erleben. Und ja, Entscheidungen mit einem Zeithorizont von annähernd 100 Jahren müssen überdacht und sorgfältig getroffen werden. Hierbei hilft die Wissenschaft: Für Hessen bspw. hat die Nordwestdeutsche forstliche Versuchsanstalt https://www.nw-fva.de verschiedene errechnete zukünftige Klimaszenarien mit Bodendaten verschnitten und hieraus Empfehlungen für die zu verwendenden Baumarten entwickelt.

So stellt die Versuchsanstalt eine bedienerfreundliche App zur Verfügung, die es jedem ermöglicht, die Empfehlungen aus der Wissenschaft für den entsprechenden Standort abzurufen und eine Auswahl standortgerechter Bäume anzeigen zu lassen. Dies ist ein überaus wichtiger Anhaltspunkt, gleichzeitig spielen natürlich auch wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle.

Seit vielen Jahren bauen die Förster:innen und Waldbauern mit Ihren Erkenntnissen aus vergangenen Katastrophen die Wälder um, dabei werden die Wälder stufiger und vielfältiger. Es wird eine Mischung von Baumarten sein, die das Bild unserer zukünftigen Wälder bestimmt. Auch nichtheimische Baumarten wie bspw. Roteiche oder Douglasie werden eine wichtige Rolle spielen. Mit diesen Arten haben wir in Hessen eine lange positive Anbauerfahrung und ihr Holz ist gesucht. Großflächige Reinbestände werden schon alleine aufgrund Ihres Risikos der Vergangenheit angehören.